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Projekt: Ehemalige Hausmülldeponien Remagen-Oedingen und Brohl-Lützing

Erstellung von Potenzialanalysen als Klimaschutzteilkonzept im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums

Die ehemaligen Hausmülldeponie Remagen-Oedingen und Brohl-Lützing wurden im Landkreis Ahrweiler von 1972 bis 1998 als zentrale Beseitigungsanlage des Landkreises betrieben. Insgesamt wurden auf beiden Deponien ca. 1,8 Mio. m³ Hausmüll, Sperrmüll, hausmüllähnliche Gewerbeabfälle und Bauschutt abgelagert.

Foto 1: Absaugversuch auf der Deponie Brohl-Lützing an der bestehenden Deponiegasverwertungseinrichtung

Die Deponien sind nach der Stilllegung mit einer endgültigen Oberflächenabdichtung versehen und abschließend rekultiviert worden. Im Ablagerungszeitraum wurden Siedlungsabfälle mit biogenen Anteilen, insbesondere vegetabile Hausmüllabfälle und sogenannte hausmüllähnliche Gewerbeabfälle abgelagert. Aufgrund der Abfallzusammensetzung und der Milieubedingungen im Deponiekörper erfolgt eine mikrobielle Umsetzung der Abfallorganik vergleichbar mit den Vorgängen in einer Biogasanlage. Dabei entsteht Deponiegas, das ähnlich dem Biogas im Wesentlichen aus Methan und Kohlendioxid besteht.

Dieses Gas wird aktuell im Rahmen der laufenden Nachsorge über Gasbrunnen und Unterdruckstationen aktiv aus den Deponien abgesaugt und in jeweils in ein BHKW zur Erzeugung von Strom eingespeist.

Das Deponieverhalten ist jedoch mit Beendigung des Ablagerungsbetriebs von einer rückläufigen erfassbaren Deponiegasproduktion gekennzeichnet. Die aktuell noch bestehende energetische Deponiegasverwertung wird aufgrund der abnehmenden Deponiegasproduktion zunehmend schwieriger, um die Deponiegaserfassung und thermische Deponiegasbehandlung zum Emissions- und Klimaschutz zu gewährleisten.

Foto 2: vorhandenes BHKW zur Verstromung von Deponiegas auf der Deponie Remagen-Oedingen

Aus Gründen des Emissionsschutzes und der rechtlichen Anforderungen wird sich weiterhin eine Gaserfassung und -behandlung über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahrzehnten erstrecken. Hier wird es erforderlich werden, die vorhandene Anlagentechnik an die sich veränderten Bedingungen anzupassen und die Absaugung zu optimieren. Dies ermöglicht, langfristige klimarelevante Methanemissionen zur vermeiden und bewirkt daher einen nachhaltigen Klimaschutz.

Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundes unterstützt diese Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Äquivalenten auf Deponien mit einem Förderprogram. Eine Potentialanalyse bildet hier die Grundlage einer möglichen Förderung, über die der bauliche Zustand, das Potential des Deponieinhaltes und der Gasbildungsrate sowie mögliche Maßnahmen gesamtheitlich analysiert werden müssen.

Die Erarbeitung dieser Analyse orientiert sich an den Vorgaben des „Merkblatts Erstellung von Klimaschutz-Teilkonzepten“ des Bundesumweltministeriums (BMUB). Damit werden die spezifische Ausgangssituation der Siedlungsabfalldeponie aufbereitet sowie die technisch und wirtschaftlich umsetzbaren Methan-Minderungspotenziale durch geeignete Maßnahmen analysiert und ein standort­bezogen geeignetes Verfahren konzipiert.

Der Landkreis Ahrweiler hat entsprechende Fördermittel der NKI erhalten und entsprechende Ingenieurleistungen beauftragt. Die Umsetzung erfolgte in den Jahren 2021 und 2022. Im Laufe des Jahres 2023 werden aufbauend auf den Ergebnissen in Abstimmung mit der zuständigen Genehmigungsbehörde weitergehende investive Maßnahmen geplant.

Foto 3: Absaugversuch mittels mobiler Gasfackel auf der Deponie Remagen-Oedingen

Hintergrundinformationen zur Nationalen Klimaschutzinitiative:

„Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzinitiativen ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.“

Die Förderung erfolgt durch die Bundesrepublik Deutschland.

Zuwendungsgeber ist die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Förderkennzeichen: 67K14773 und 67K14774