Allgemein

  • Warum gibt es ein neues Abfallgebührensystem?

Die Müllgebühren sind seit 10 Jahren unverändert, die letzte Änderung erfolgte zum 01.01.2008. Seit dem sind in der Entsorgungsbranche erhebliche Kostensteigerungen zu verzeichnen, die der AWB aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen an die Gebührenzahler weitergeben muss. Ohne das neue Konzept würden allen Bürgern Gebührensteigerungen von mindestens 30 % drohen. Das wollte der Kreistag nicht und beschloss mit großer Mehrheit am 27.10.2017 das neue Konzept. Unser Ziel ist es, die Gebühren und Kosten fairer und gerechter zu verteilen. Jeder hat es in Zukunft selbst in der Hand, wieviel Gebühren er am Jahresende zahlt.

  • Welche Ziele verfolgt der AWB mit dem neuen Gebührenkonzept?

Die Abfallentsorgung im Kreis Ahrweiler soll auch in Zukunft möglichst kostengünstig angeboten werden. Größter Kostenblock sind die Sammel- und Entsorgungskosten für die graue Tonne. Daher ist es sinnvoll die Restabfallmenge zu reduzieren und Wertstoffe in die richtigen Verwertungswege zu leiten. Gleichzeitig machen wir alternative Entsorgungsangebote: Die Biotonne wird z.B. zwei Monate länger wöchentlich abgeholt und hat nun 40 Leerungen im Jahr.

  • Was sind die Bestandteile des neuen Gebührenkonzepts?

Für Altpapier wird erstmals eine objektbezogene Gutschrift (Grundstück) kilogenau vorgenommen.

Das wöchentliche Leerungsintervall der Biotonne wird um 2 Monate von April bis Oktober insgesamt auf 40 Leerungen im Jahr ausgedehnt.

Die Restmülltonne wird alle 4 Wochen, also 13-mal im Jahr, geleert. Jede Leerung wird einzeln erfasst und abgerechnet, es müssen aber 6 Leerungen mindestens gezahlt werden (sog. Mindest- oder Pflichtleerungen). Von der Mindestbehältergröße zu größeren und weiteren Tonnen kann aufgestockt werden. Ebenso können weitere Abfallgefäße hinzubestellt werden.

Es werden individuelle Zusatzleistungen eingeführt, wie z.B. Mülltonnenwäsche, Sperrmüll- und Elektrogeräte- Express-Abfuhr oder Mülltonnenschlösser. Zusätzlich gibt es für Familien mit Kleinkind(ern) und pflegebedürftige Personen eine PLuS-Tonne, wenn sie dies wünschen. Deren Abholung erfolgt im 2-wöchigen-Rhythmus gemeinsam mit den Gewerbemülltonnen im Kreis.

  • Wie funktioniert das neue Gebührensystem

Die Basisgebühr

Die Basisgebühr ist wie bisher eine personenanzahlbezogene Umlage. Sie wird nach Haushaltsgröße und Biotonnen-Nutzern oder  Eigenkompostierern unterschieden. Hiermit sind alle Leistungen des Abfallwirtschaftsbetriebes abgegolten außer:

  • der Leerungsgebühr für die Restmülltonne 
  • der Gebühren für individuell bestellte Leistungen des AWB

Die Leerungsgebühr

Die Leerungsgebühr pro Restmülltonne beinhaltet die nach der Behältergröße gestaffelte Gebühr für eine Leerung der Restmülltonne. Auf der Grundlage der Personenzahl auf dem Grundstück ist eine Behältermindestgröße vorgegeben. Der Grundstückseigentümer hat die Möglichkeit einen größeren oder weiteren Behälter zu wählen.

Die am Jahresanfang im Gebührenbescheid ausgewiesene Leerungsgebühr beinhaltet als Summe bereits die Gebühr für die 6 Pflichtleerungen der Restmülltonne. Im Jahresbescheid des Folgejahres werden in der Leerungsgebühr auch die Gebühren für jede weitere Leerung der Restmülltonne(n) des alten Jahres ausgewiesen und abgerechnet.

Die zusätzliche Gebühr

Zusätzliche Gebühren entstehen, wenn besondere Leistungen individuell in Anspruch genommen werden, z. B. Behälterreinigung, Sperrmüll- und Elektrogeräte-Express-Service, Tonnentausch auf Wunsch, Behältergestellung auf Wunsch, Mülltonnenschloss, usw. Sie werden gesondert abgerechnet.

Die Rückvergütung

Für das in der Blauen Tonne gesammelte Altpapier erfolgt bei jedem Veranlagungsobjekt eine Rückvergütung (kilogenau). Die Gutschrift wird im Rahmen der Jahresrechnung für das Folgejahr verrechnet.  Grundstücke ohne blaue Tonne erhalten eine pauschale Rückvergütung; Beistellungen neben der Tonne werden nicht mitverwogen. 

  • Kommt es durch die 4-wöchentliche Leerung der grauen Tonne zu mehr illegalem Müll?

Im nördlichen Rheinland-Pfalz leben in den Landkreisen rund 1,1 Millionen Einwohner. Von diesen Landkreisen nutzen die Bürgern der Kreise Altenkirchen, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Rhein-Hunsrück-Kreis und Westerwaldkreis teilweise bereits seit 25 Jahren einen Abfuhrrhythmus von 4 Wochen bei der Restabfalltonne. Dies sind über 700.000 Bürger. Die Amtlichen Statistiken des Landesumweltministeriums für diese Landkreise zeigen keinen Zusammenhang zwischen dem 4-Wochen-Rhythmus bei der Abfuhr der Restmülltonne und der Mengen an illegalen Abfallablagerungen.

  • Kommt es in der grauen Tonne zu einem Geruchsproblem?

Gerüche in der Restabfalltonne entstehen allein durch organische Abfälle.

In die Biotonne - und nicht in die Restmülltonne - gehören z.B.:

  • Speisereste wie Fleisch- und
  • Fischreste, Knochen, Eierschalen
  • Küchenabfälle wie Obst- und
  • Gemüsereste
  • Zitrusfrüchte
  • Kaffee- und Teefilter
  • Grasschnitt
  • Laub-, Baum- und Heckenschnitt
  • Blumen
  • "Öko“-Katzenstreu aus Pflanzenfasern
  • Sägespäne

Wenn Katzenstreu (mineralisch) und Windeln in der grauen Tonne geruchsdicht umschlossen werden und alle Bioabfälle, wie Fleisch-/ Essensreste oder Küchenabfälle, vollständig in die Biotonne geworfen werden, gibt es kein Geruchsproblem.

Haushalte ohne Biotonne dürfen die organischen Abfälle, die nicht auf den Komposter gehören, nicht in die Restmülltonnen werfen. Solche Haushalte benötigen besondere Abfallvermeidungsstrategien, der AWB berät hier gerne.

  • Wie verhindere ich, dass Fremdpersonen Müll in meine Tonne werfen?

Sehr viele Mülltonnen im Kreis stehen für Fremde bereits unzugänglich am Grundstück, z.B. hinter dem Haus, in einer Garage oder einer Mülltonnenbox. Für Gefäße, die allgemein zugänglich sind können die Grundstückseigentümer ein besonderes Schloss beim AWB mieten. Dieses öffnet sich bei der Leerung selbstständig und muss am Leerungstag nicht extra aufgeschlossen werden. Das Schloss und die Montage wird ausschließlich vom AWB vertrieben und vorgenommen. Der Benutzer erhält für die Befüllung einen Schlüssel.

  • Wie kann der AWB meine Tonne abrechnen wenn kein Name oder Hausnummer dran steht?

Auf den Rest-, Bio-, und Papiergefäßen befindet sich auf der linken Seite ein Aufkleber, auf dem Mülltonnen-Nummer, und Adresse des zugeordneten Objektes abgedruckt sind. Sollten diese Aufkleber fehlen, so können neue Aufkleber vom AWB angebracht werden können. Hier benötigen wir aber einen Hinweis von Ihnen.

Die Tonne hat einen Chip der eine Zahlen- / Buchstabenkombination besitzt. Dieser kann mittels der Verwaltungssoftware einem bestimmten Objekt (Grundstück / Haushalt / Gewerbe) zugeordnet werden. Auf dem Chip selbst werden keine Adressdaten gespeichert. Das Fahrzeug registriert nur die Nummer und die Leerung, beim Papier zusätzlich das Gewicht. Der Chipcode wird dem Objekt zugeordnet.

  • Was ändert sich für Gewerbebetriebe?

Restmüll:

Die neue Gewerbe-Restmülltonne (80 l, 120 l, 240 l) unterscheidet sich von den normalen Haushalts-Restmülltonnen durch den hellgrauen Deckel. Grund: Diese Tonne wird weiterhin alle zwei Wochen geleert, d.h. es gibt - wie bisher auch - 26 Leerungen im Jahr. Selbstverständlich können auch weitere 14-Tage-Gefäße dazu gebucht werden.

Betriebe mit 1.100 l Restmüllcontainer können sich zukünftig zwischen folgenden Leerungsintervallen entscheiden: 1-Wöchentlich, 2-Wöchentlich oder 4-Wöchentlich. Die Abholung auf Abruf wird nicht mehr angeboten. Zunächst werden alle Container mit 1-/2-wöchentlichen Leerung fortgeführt. Ausnahme: Betriebe die Ihren Restmüll bisher über Container auf Abruf (mit monatlicher Rechnung) entsorgen, werden auf eine 4-wöchentliche Leerung umgestellt.

Generell gilt: Wenn Sie sich einen anderen Leerungsrhythmus wünschen, so können Sie diese Änderung einfach bei Ihrem Sachbearbeiter vornehmen lassen. Die Kontaktdaten befinden sich auf dem jährlichen Gebührenbescheid.

Neu ist: Für die im Eigentum des Abfallwirtschaftsbetriebes befindlichen Container wird künftig keine Miete mehr erhoben. Alle Betriebe, die sich für einen Container vom AWB entscheiden, erhalten einen neuen, nach den Unfallverhütungsvorschriften sicheren Container. Sollten Sie eigene Container besitzen, so werden diese auch weiterhin geleert. Bitte bedenken Sie, dass Ihnen die Verkehrssicherungspflicht einschließlich der Einhaltung der maßgeblichen Unfallverhütungsvorschriften obliegt.

Bitte beachten Sie unbedingt:

Die für Sie maßgeblichen Leerungstermine weichen von denen der Restabfallgefäße der privaten Haushalte ab und werden auf unseren Internetseite www.meinawb.de rechtzeitig veröffentlicht.

 

Papiertonne:

Betriebe, die eine Papiertonne/Papiercontainer vom AWB haben und an die Restmüllentsorgung des AWB angeschlossen sind, erhalten künftig für das in der Tonne gesammelte Altpapier, nach unserer Kenntnis erstmals in ganz Deutschland, eine kilogenaue Papierrückvergütung. Beistellungen neben der Tonne werden jedoch nicht mitgewogen.

Die Anzahl/Größe der Papiergefäße darf zur Anzahl/Größe der genutzten Restabfallgefäße nicht außer Verhältnis stehen. Die Höhe der Rückvergütung wird durch den vom Kreistag zu beschließenden Erstattungssatz festgelegt. Die genaue Höhe können Sie rechtzeitig aus dem Internet entnehmen.

Hinweis: Die Rückvergütung kann nicht höher als Ihre jährlichen Müllgebühren werden (Null-Stand).

 

Weitere zusätzliche Leistungen:

Es werden weitere neue Leistungen eingeführt, die ab sofort nicht nur von den privaten Haushalten, sondern neu auch von Ihrem Betrieb in Anspruch genommen werden können.

Neu ab 01.01.2018:

  • Holzsperrmüllabfuhr bis 3 m³ *
  • Restsperrmüllabfuhr bis 3 m³ *
  • Express-Sperrmüllabfuhr innerhalb von 3 Tagen **
  • Altelektrogeräteabfuhr bis 5 Geräte *
  • Express-Altelektrogeräteabfuhr innerhalb von 3 Tagen
  • Mülltonnenwäsche 2-Rad, 4-Rad
  • Mülltonnenschlösser 2-Rad, 4 Rad

* Mehrmengen möglich

** für Holz- und Restsperrmüll

  • PLuS-Tonne

Welche Möglichkeiten habe ich bei erhöhtem Pflegemehrbedarf?

  • Entsorgung über zusätzlichen Restmüllsack
  • Tonnenaufstockung 80 Liter auf 120 Liter/240 Liter, 120 Liter auf 240 Liter (mehr Volumen, 4-wöchige Abfuhr)
  • Zusätzliche Restmülltonne 80 Liter, 120 Liter, 240 Liter (4-wöchige-Abfuhr)
  • PLuS-Tonne 80 Liter, 120 Liter, 240 Liter (2-wöchige-Abfuhr, gegen besonderen Nachweis)

Wer darf eine PLuS-Tonne beantragen?

Familien mit Wickelkindern (bis 3 Jahre) und pflegebedürftige Personen. Bei Familien mit Kleinkind(ern) reichen die Daten des Einwohnermeldeamtes. Bei pflegebedürftigen Personen benötigt der AWB allerdings ein Attest (Pflegegrad 1, 2 ) oder einen Nachweis über den Pflegegrad (Stufe 3 und mehr).

Wie viel kostet die PLuS-Tonne?

Bei der PLuS-Tonne gibt es keine Pflichtleerungen. Die Tonne wird nur dann berechnet, wenn diese geleert wird.

PLuS-Tonne 80 l 2,75 € / pro Leerung
PLuS-Tonne 120 l 4,12 € / pro Leerung
PLuS-Tonne 240 l 8,25 € / pro Leerung

Wie oft wird die Tonne geleert?

Die PLuS-Tonne wird im 2-wöchigen-Rhytmus geleert werden. Von der Hausmülltonne abweichende Leerungstermine, Nutzer der PLuS-Tonne erhalten eine gesonderte Aufstellung.