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Leitbild Umweltlernschule Plus

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Ahrweiler erbaute im Jahr 2011 den Außerschulischen Lernort Umweltlernschule+. Die Umweltlernschule+ steht auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums in Niederzissen, das inmitten eines Waldbestandes liegt. Sie wurde in innovativer Holzbauweise erbaut. Hierbei wurden regional bezogene, zertifizierte Holzarten wie Fichte, Douglasie und Eiche in unterschiedlichen Verarbeitungsstufen verwendet. Das Gebäude wurde bei der virtuellen CO2 – Bank angemeldet und spart 169t CO2. Dies dokumentiert sichtbar, welchen Beitrag das Holzgebäude zu einer langfristigen Kohlendioxidspeicherung leistet.

Der Landkreis Ahrweiler hat ihre Nutzung in § 2 der Satzung des AWB definiert, wonach die Kreislaufwirtschaft zu fördern ist:

„§2 Förderung der Kreislaufwirtschaft

(1) Die Erzeuger und Besitzer von Abfällen haben dazu beizutragen, dass Abfälle möglichst vermieden und nicht vermiedene Abfälle nach Möglichkeit verwertet werden.

(2) Der Landkreis wirkt in seinem Aufgabenbereich darauf hin, dass möglichst wenig Abfall entsteht.

(3) Zu den Aufgaben gehören die Information und die Beratung über Möglichkeiten der Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen (Abfallberatung). Hierzu betreibt der Abfallwirtschaftsbetrieb auch einen außerschulischen Lernort zur Umwelterziehung, um Kindern, Jugendlichen und interessierten Erwachsenen die Ziele der Gesetze nachhaltig vermitteln zu können.“ (Satzung des Abfallwirtschaftsbetriebes Ahrweiler vom 27.10.2017, zuletzt überarbeitet am 10.12.2021)

In dem Beschluss des Werkausschusses vom 11.11.2020 wurde festgelegt, dass ein Netzwerk aus Umweltinitiativen und Fachleuten zum Thema Klima über die Umweltlernschule Plus moderiert werden soll.

In Verfolgung der Ziele der Gesetze ist somit auch das Leitbild für BNE durch die Umweltlernschule zu verfolgen (BNE, RLP).

Vor diesem Hintergrund des außerschulischen Lernortes an dem spezifischen Standort des Abfallwirtschaftsbetriebes wird das Leitbild wie folgt zusammengefasst:

Bildung nimmt mit dem eigenständigen Nachhaltigkeitsziel 4 „Hochwertige Bildung“ (SDG 4) einen zentralen Stellenwert unter den 17 globalen Zielen in der Agenda 2030 ein, die im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung, verknüpft mit dem Ansatz des lebenslangen Lernens, soll allen Menschen bis 2030 ermöglicht werden. Die Bedeutung von Bildung, insbesondere der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), wird für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele, der Sustainable Development Goals (kurz: SDGs), hervorgehoben.

Die Ziele nachhaltiger Entwicklung stecken den Aktionsrahmen zur Bewältigung weltweiter sozialer, ökonomischer und ökologischer Herausforderungen, wie Klimawandel, Gesundheitsgefahren, Armut und Ungleichheiten ab. Da diese komplexen, auf gefährliche Kipp-Punkte planetarer Belastungsgrenzen zustrebenden sowie global sich auswirkenden und zu lösenden Probleme besonders die kommenden Generationen betreffen, ist eine zukunftsorientierte Entwicklung anzustreben. Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung weit auf das im Brundtland-Bericht festgehaltene Verständnis zurück, also eine Entwicklung, „die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“. Entscheidend ist demnach, dem Planeten Erde und somit zukünftigen Generationen ein unbedingtes Existenzrecht zuzuweisen.

Zur Erreichung der 17 globalen Ziele nachhaltiger Entwicklung bedarf es eines gesellschaftlichen Wandels, insbesondere eines Bewusstseinswandels der Menschen, der Lernen zur Aneignung von nachhaltigkeitsbezogenem Wissen, von Werten sowie zur Änderung von Lebensstilen voraussetzt. Schule ist ein Ort, der Lernende befähigen kann, Veränderungen zu bewirken und zu einer gerechteren und nachhaltigeren Welt beizutragen.

Das Konzept Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) greift diese Herausforderungen auf und setzt auf eine fächerübergreifende interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Themen einer nachhaltigen Entwicklung in Lehr-/Lernarrangements, die selbstorganisiertes, individualisiertes und kooperatives Lernen fördern. Eine Öffnung des Unterrichts zum Schulleben mit geeigneten Frei- und Handlungsspielräumen, einer gelebten Partizipationskultur sowie der Einbeziehung außerschulischer Akteure, lässt nachhaltige Entwicklung im Lernort und Sozialraum Schule gestalten.

Die Umweltlernschule ist eine öffentliche Stätte der Umweltbildung mit den Schwerpunkten Klima, Umwelt und Abfallvermeidung. Die Zielgruppe sind die Schülerinnen und Schüler im Landkreis, die Kinder im vorschulischen Alter, Erwachsene und Studierende.

Durch methodischen Wechsel von praktischen Anwendungen und Experimenten oder Naturbeobachtung und theoretischem Hintergrund soll an der Umweltlernschule vernetztes Denken geübt und Naturerfahrung erlebbar gemacht werden. Ganzheitlich und systemisch sollen sich die Zielgruppen die Themen selbst erschließen und in der Stärkung ihrer Handlungsfähigkeit begleitet werden. Dabei wird dem respektvollen Umgang mit der Natur, die Gestaltung und der Schutz von Lebensräumen mit allen Mitgeschöpfen bei der Nutzung von Ressourcen ein besonderer Schwerpunkt eingeräumt.

(BNE/RLP) BNE Verankern in RLP: https://nachhaltigkeit.bildung...